Oh man, das war der längste Film, den ich in der Sneak je gesehen hab. Der war erst um 23 Uhr zu Ende. Für uns, die aus Jena kommen war das schon etwas blöd vor allem, weil wir ja immer erst nach dem Kino zu Abend essen.
Als ich zum ersten Mal den Trailer gesehen hab, habe ich wirklich darüber nachgedacht, mir den Film im Kino anzuschauen. Jetzt da ich ihn gesehen hab, weiß ich, dass ichs bereut hätte. Eigentlich mag ich historische Filme, aber dieser hier hatte eine sehr düstere uns blutige Grundstimmung, die ich nicht so toll fand. Ich hab mich grade bei Wikipedia mal über Heinrich IV (Henri 4) informiert und muss sagen, dass der Film sich relativ gut an die historische Vorlage hält. Natürlich wurde sehr viel rausgelassen bzw nur ausgewählte Teile seines Lebens sehr detailliert ausgeschmückt. Nach Wikipedia hatte Heinrich IV sehr viele Frauenbekanntschaften, mit denen er auch entsprechend viele Kinder zeugte. Im Film wurde nur eine seiner Liebschaften intensiv besprochen und zwar seine Liebe Gabrielle d’Estrées, die bevor das erste Kind geboren wurde starb. Das ist historisch nicht korrekt, denn die beiden hatten 3 gemeinsame Kinder. Im Großen uns Ganzen hatte er mit 5 verschiedenen Liebschaften 9 uneheliche Kinder. Auch seiner Ehe mit Maria de’ Medici entsprangen mehr Kinder als im Film gezeigt. Insgesamt waren es 6. Im übrigen finde ich, dass Maria de’ Medici sehr gut getroffen war. Sie sah ihren Portrait doch sehr ähnlich.

Natürlich wurden auch Dinge im Film verwendet, die aus Quellen hineininterpretiert wurden, wie z.B. der Tod des Königs, denn es wurde nie wirklich geklärt, wer dafür verantwortlich war. Außerdem gab es doch einige historische Ungereihmtheiten. Eine ist mir als Astronom natürlich besonders aufgestoßen: Heinrich hat während einer Schlacht 1587 ein Fernrohr benutzt. Das wurde aber erst 1608 entwickelt...
Naja mal zur Filmkunst. Ich fand sehr witzig, dass von den Deutschen, Englischen und Französischen Schauspieler immer ihre eigene Sprache gesprochen haben. Teilweise wars synchronisiert und teilweise nicht. Sogar innerhalb einer Szene in einem Dialog wurde gleichzeitig deutsch und englisch gesprochen. Das konnte man an den Lippen sehr gut ablesen.
Die Kampfszenen fand ich teilweise sehr übertrieben und gestellt. Der Film stellte wirklich sehr ausführlich das Leben des Königs dar. Bis zur Hälfte des Films habe ich mich echt gefragt, was überhaupt die Handlung ist, was der Film mir überhaupt erzählen will. Trotzdem war es nicht langweilig oder langatmig. Es gab einfach so viel zu erzählen, dass der Film bis 23 Uhr dauerte.
ich nachhinein muss ich sagen, dass wir echt schon viel schlimmere Filme in der Ü hatte.
Ich gebe:
6 / 10 Hühner im Topf
(frei nach Heinrichs Wunsch "Wenn mir Gott zu leben erlaubt, werde ich dafür sorgen, dass es in meinem Land keinen Bauern gibt, der sonntags nicht sein Huhn im Topf hat!")